Gehegewölfe

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Alpha-, Beta- und Omega-Wölfe?

Begrifflichkeiten wie der Alphawolf und Omegawolf sind immer wieder Gegenstand von Fragen in unseren Vorträgen. Der Alphawolf soll dabei als absoluter Chef des Rudels fungieren, während der Omegawolf der Prügelknabe sein soll. Grundsätzlich, und hier nur kurz dargestellt, ist zu sagen, dass diese beiden Verhaltensklassifizierungen in Bezug auf Wolfsindividuen nur anhand von in Gehegen lebenden Wolfsgruppen (häufig Geschwistergruppen, auch mit Inzestnachwuchs) beobachtet wurden.

In freier Wildbahn leben in der Regel die beiden Elterntiere mit ihrem eigenen Nachwuchs zusammen bis der Nachwuchs mit Erreichen der Geschlechtsreife abwandert und somit die Eltern für immer verlässt. Wölfe sind hochsoziale Lebewesen und daher verwundert es nicht, dass beide Elterntiere ihren Nachwuchs auf- bzw. erziehen. Wer sich mit Erziehung im Allgemeinen näher befasst, weiß, dass Erziehung neben soziopositiven Aspekten auch sozionegative enthält – so auch bei Wölfen. Das bedeutet, dass beide Elterntiere eine natürliche Autorität genießen, aber erforderlichenfalls ihren Nachwuchs auch maßregeln.
In Nordamerika sind gelegentlich große Rudel entdeckt und untersucht worden (30 Wölfe und mehr). In diesen großen Rudeln werden sicherlich ausgedehntere soziale Konstellationen unter den Wölfen vorherrschen, die ein dauerhaftes Miteinander ermöglichen, als bei den in Europa vorkommenden Rudeln. Dennoch wird auch hier der Alphawolf und Omegawolf nach der üblichen Definition nicht anzutreffen sein.

Vertragen sich Wölfe im Gehege dauerhaft?