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„Dala und Kimo“ oder wann kommt bei wildlebenden Wölfen Nachwuchs?

Seit April 2014 hat das WOLFCENTER zwei neue Bewohner. Dala und Kimo, zwei Hudson-Bay-Wölfe haben in Dörverden ein neues Zuhause gefunden. Dort wurden sie mit der Hand aufgezogen, so nennt man es, wenn die Welpen täglichen Kontakt zum Menschen haben und in den ersten Lebenswochen mit der Flasche gefüttert werden.

Aber wie ist es mit den europäischen Grauwölfen in freier Wildbahn ? Wann kommt hier der Nachwuchs und was sind die Besonderheiten in den ersten Wochen ? Dieser Frage wollen wir uns heute auf unserem Blog in Kurzfassung widmen.

Ende April bis Mitte Mai bringt die Fähe ihre Welpen nach 63 Tragzeit auf die Welt, in freier Wildbahn meist zwischen 5-7 Geschwistertiere. Die ersten Lebenswochen verbringen die Welpen gut geschützt in einer Höhle, die die Fähe sich dafür gräbt. In den ersten zwei Wochen haben die Welpen die Augen geschlossen und orientieren sich über ihren Geruchssinn. Nach ca. zwei Wochen öffnen sie erstmals ihre Augen und nach ca. drei Wochen ist ein Gehör vorhanden. Die Welpen werden mutiger und wagen bald die ersten Schritte aus der Höhle ans Tageslicht. Hier lernen sie ihrem Vater und – wenn sie nicht gerade der erste Wurf waren – ihre älteren Geschwister aus dem letzten Jahr kennen. Nach und nach erkunden sie die Umgebung und entdecken die Welt. Die Ernährung ist in den ersten Wochen von Muttermilch geprägt, erst mit ca. 8 Wochen werden die Welpen entwöhnt, die Milch durch Fleischbrei ersetzt. Während der Welpenaufzucht müssen die Eltern mithilfe der Jährlinge, die immer mehr Jagderfahrungen sammeln oder als Babysitter dienen, Unmengen von Beute herantragen, weil die Welpen unheimlich schnell wachsen – nach einem halben Jahr kann ein Welpe schon 20-25 kg wiegen! Die Beute wird im Magen nach Hause getragen und dem Welpen auf deren Betteln hin hervorgewürgt. Teilweise werden die Welpen durch Elterntiere zum Riss geführt, um sich dann dort zu sättigen.

Nach einigen Wochen an der Höhle zieht die ganze Familie um auf den sogenannten Rendezvousplatz, ein geschützter Ort, idealer Weise mit einer Wasserstelle, an dem die Welpen mehr Platz haben zum Spielen, Lernen und Wachsen.