Pressemitteilung: Ein großer Erfolg – das 1. Internationales Wolfsymposium des WOLFCENTER Dörverden zeigte Optionen auf für ein gemeinsames Leben mit dem Wolf

Vom 27. bis 29. September veranstaltete das WOLFCENTER Dörverden das 1. Internationale Wolfsymposium. Die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. unterstützte das Symposium als Kooperationspartner.

Ziel dieses Symposiums war es, den gegenwärtigen Status Quo an Erfahrungswerten mit freilebenden Wölfen in Deutschland festzustellen und diesen mit Erfahrungsberichten aus dem europäischen und kanadischen Umfeld zu vergleichen. Dabei wurden die üblichen Konfliktkreise „Wolf & Jagd“, „Wolf & landwirtschaftliche Nutztiere“ „Wolf & seine Gefährlichkeit für Menschen“ diskutiert. Ferner wurde dabei festgestellt, welche Konflikte möglicherweise in Deutschland noch zu erwarten sein werden bzw. umgekehrt in Deutschland nicht auftreten dürften. Etwa 180 Teilnehmer nahmen an dem Symposium teil. Als sehr gelungen bewerteten Frank und Christina Faß, als Inhaber des WOLFCENTER, dass es bei allen Gesprächen und Vorträgen nicht um den richtigen oder falschen Umgang mit der Rückkehr der Wölfe ging, sondern aus den verschiedenen Ländern verschiedene Optionen vorgestellt wurden.

Fachlich eröffnet wurde das Symposium von Dr. Britta Habbe, Wolfsbeauftrage der Landesjägerschaft Niedersachsen, die den Teilnehmern neben dem aktuellen Stand der Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen auch den bundesweit einmaligen „niedersächsischen Weg“ in Bezug auf das Wolfsmonitoring vorstellte.

Obgleich man von einer zusammenhängenden Wolfspopulation in Europa sprechen müsse, so Prof. Dr. Luigi Boitani, Leiter der Large Canivore Initiative of Europe (LCIE), die die EU-Kommission in Fragen des Schutzes und des Managements großer Raubtiere berät, in seinem Vortrag, hätten die unterschiedlichen Länder auch ganz unterschiedliche Voraussetzungen in Bezug auf ihre jeweils eigenen Wolfsvorkommen. Die entscheidenden Faktoren seien hierbei die land(-wirt)schaftlichen Gegebenheiten und die Beutetierdichte. Diesen Verhältnissen entsprechend seien regionale Lösungsansätze im Wolfsmanagement am erfolgversprechendsten. Für die Zukunft, so prognostizierte er, seien vor allem die Toleranzschwellen von Staat, Bevölkerung, Nutztierhaltern und Jägern in Bezug auf die von Wölfen angerichteten Schäden der entscheidende Indikator für die weitere Entwicklung der Wolfspopulation. Wie unterschiedlich die Herausforderungen, die mit der Rückkehr der Wölfe verbunden sind, tatsächlich sein können, belegte der Vortrag von Prof. Dr. Olof Liberg, Grimsö Wildlife Research Station, Swedish University of Agriculture Sciences: Schwerpunkte der innerschwedischen Diskussion seien die Überwindung der Inzuchtproblematik der stark isolierten schwedischen Wolfspopulation – noch bis zum Jahre 2008 waren die Wölfe in Schweden durchschnittlich enger verwandt als zwei Geschwister, sowie die weitere Entwicklung in Bezug auf das Thema Regulierung des Wolfsvorkommens – die EU-Kommission hatte im Winter 2012 in Schweden die Jagd auf eine festgelegte Anzahl an Wölfen aufgrund des Verstoßes gegen geltendes Recht gestoppt.

Konfliktmanagement in Bezug auf Nutztierhalter in Form von Prävention durch Herdenschutzhunde gehörte ebenso zum breiten Themenspektrum des Symposiums,  wie  ein gleichsam anthropologischer Blick auf das Verhältnis Wölfe und Jäger durch Eckhardt Fuhr.

Voneinander lernen und aus den Erfahrungen anderer profitieren, dieser Zielsetzung ist das zweitägige Symposium absolut gerecht geworden, waren sich Referenten wie Teilnehmer am Ende einig. Viele der einzelnen Referentenbeiträge sind in dem zugehörigen Tagungsband erschienen, der über das WOLFCENTER Dörverden zu beziehen ist.

„Dem 1. Internationalen Wolfsymposium im WOLFCENTER Dörverden werden weitere folgen“, ziehen Frank und Christina Faß Bilanz.