Während der Wolf (Canis lupus) ursprünglich weltweit auf der nördlichen Hemisphäre vorkam, wurden seine Verbreitung und sein Bestand seit Beginn der Land- und Herdenwirtschaft durch den Menschen stark dezimiert. In weiten Teilen Europas, wie z. B. in Deutschland (siehe hierzu auch "Wölfe in Deutschland – früher, heute, morgen?"), aber auch in Mexiko sowie in einem Großteil der USA wurde der Wolf ausgerottet. Sein weltweiter Bestand wurde durch gezielte Verfolgung um etwa ein Drittel reduziert1.

Gegenwärtig ist der Wolf insbesondere in Kanada, Alaska, den Nordstaaten der USA, Europa sowie Asien vom 75° N bis 12° N wieder in freier Wildbahn anzutreffen. Dies hängt u.a. damit zusammen, dass seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz des Wolfes verschärft wurden und Auswilderungsprogramme gestartet wurden. Auch eine Veränderung in der Nutzung von Landflächen und die Abwanderung der Menschen aus ländlichen Gebieten in die Städte trugen/tragen dazu bei, dass sich der weltweite Bestand des Wolfes erholt.
Seine starke Anpassungsfähigkeit hat es dem Wolf im Laufe der Evolution ermöglicht, auch Habitate, die extreme Anforderungen an die dort lebenden Individuen stellten und auch heute noch stellen – wie z.B. die Arktis oder deren klimatisches Pendant, die Wüste – zu besiedeln. Dies wiederum hat dazu geführt, dass sich aufgrund natürlicher Selektion hinsichtlich der besten Anpassungen an die jeweiligen Bedingungen auch Unterschiede in den Merkmalsausprägungen der Wölfe herausgebildet haben. Als Beispiel seien hier der Tundrawolf (Canis lupus albus) und der Arabische Wolf (Canis lupus arabs) gegenübergestellt.
Während der Tundrawolf sich durch sein dichtes und langhaariges Fell auszeichnet und fast viermal so schwer ist, wie der Arabische Wolf – "So kann ein nördlicher Tundrawolf über 78 kg wiegen und sein Pendant in der arabischen Wüste nur 13 kg!"2 - zeichnet sich der Arabische Wolf dadurch aus, dass er kurzes und eher dünnes Fell und große Ohren hat.
Dass homoiotherme (gleichwarme) Tiere, die in kalten Regionen leben, wie der Polarwolf (Canis lupus arctos), im Vergleich zu ihren Artgenossen, die in warmen Gebieten leben, eher kleinere bzw. kürzer Körperanhängsel (Ohren, Beine und Schwänze) haben, hängt damit zusammen, dass ihre Körperoberfläche kleiner ist und sie somit weniger von ihrer Körperwärme verlieren (Allen’sche Regel). Dies ist eine energetisch günstigere Form, die sich durch evolutive Anpassung an das entsprechende Klima entwickelt hat, da das Aufrechterhalten einer konstanten Körpertemperatur, insbesondere in Kaltgebieten, sehr viel Energie verbraucht. Dies ist auch eine Ursache dafür, dass Angehörige einer gleichwarmen Spezies, die in kälteren Regionen leben, insgesamt größer sind als ihre Artgenossen, die in wärmeren Verbreitungsgebieten leben (Bergmann’sche Regel).
Die evolutiven Adaptionen an unterschiedliche Umweltbedingungen bzw. geographisch begrenzte Vorkommen haben dazu geführt, dass heutzutage die Spezies Wolf in der zoologischen Systematik in Unterarten (Subspezies) unterteilt wird, deren Vertreter sich in u.a. in der Größe und Fellfärbung voneinander unterscheiden.
Generell werden Pflanzen und Tierarten seit 1758 mit Hilfe einer bestimmten, von Carl von Linné entwickelten, Systematik kategorisiert und dadurch miteinander eng verwandte Spezies in Beziehung gebracht. Diese Hierarchie kann grob in folgende sich verfeinernde Kategorien, man sagt auch Taxa, eingeteilt werden: Reich, Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung und Art.
So gehört der Wolf ins Reich der Tiere (Animalia), zu dem Stamm Chordatiere (Chordata), zu der Familie der Hundeartigen (Canidae), zu der Ordnung der Raubtiere (Carnivora) und zu der Klasse der Säugetiere (Mammalia). Die wissenschaftliche Bezeichnung des Wolfes, Canis lupus, setzt sich aus dem Gattungsnamen Canis und dem Artennamen lupus zusammen. Die Art (Spezies) stellt die Grundeinheit der biologischen Systematik dar. Man kann die Spezies nach zwei unterschiedlichen Ansätzen definieren. Zum einen als eine sogenannte Fortpflanzungsgemeinschaft, bei der alle Individuen einer Population zu einer Art gezählt werden, die miteinander fertile (fruchtbare) Nachkommen zeugen können. Zum anderen als eine Zusammenfassung von Individuen, bei denen morphologische Übereinstimmungen vorhanden sind. Dass hierbei durchaus subjektive Beurteilungen von noch so minimalen Unterschieden oder Varietäten dazu geführt haben mögen, dass Individuen neuen oder anderen Spezies oder gar Subspezies zugeordnet wurden, überrascht nicht, wenn man sich allein bei den Haushunden (Canis lupus familiaris) das breite Spektrum an variierenden, äußerlich sichtbaren Merkmalen ansieht. Und doch zählt ein Chihuahua zur selben Art wie der Berner Sennenhund und die Deutsche Dogge. Alle drei Hunderassen, sowie auch alle anderen Hunderassen, stammen vom Wolf ab. Sie gehören also zur selben Gattung und Art wie dieser und unterscheiden sich in der Systematik allein durch ihren Subspeziesnamen familiaris von ihm. Obwohl DNA-Analysen heutzutage die Möglichkeiten bieten, Verwandtschaftsgrade sehr viel exakter zu bestimmen, weichen die Meinungen der Wissenschaftler über die Anzahl der Subspezies des Wolfes stark voneinander ab. So wurden z.B. von Nowak (1983) 24 Subspezies allein für Nordamerika, von Bibikow (1985) 9 Unterarten für Eurasien und 7 für Nordamerika und von Mech (1970) 24 Unterarten für Amerika und 8 für Eurasien beschrieben.3
Bedenkt man nun weiterhin, dass von dem, durch den Prozess der Domestikation, aus dem Wolf entstandenen Haushund wiederum der Neu-Guinea Dingo (Canis lupus hallstromi) und der Australische Dingo (Canis lupus dingo) abstammen, sieht man, wie verwirrend und weitereichend die Einteilung/Zuordnung in Unterarten sein kann.
Nachfolgend seien daher 13 ausgewählte rezente Unterarten angeführt:4
Für eine deutlichere Ansicht der Verbreitung der genannten Subspezies siehe Externer Link
hier:
www.iucnredlist.org. Downloaded on 06 May 2010.Das Buch "Wölfe im Yukon" bei uns im Onlineshop erhältlich
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