Wölfe sind hochsoziale und sehr anpassungsfähige Säugetiere, die in einem Familienverband leben – dem Rudel. Die beiden monogam zusammenlebenden Elterntiere sind im Besitz eines Territoriums, ihr Jagdrevier. Dieses Revier ist derart beschaffen, dass es Rückzugsmöglichkeiten bietet und eine ausreichende Nahrungsgrundlage, um sich und ihren Nachwuchs zu ernähren.
Wölfe sind Kulturfolger. Das bedeutet, dass sie mit unserer Landschaft und Siedlungsdichte gut zurecht kommen. Entgegen häufiger Annahme brauchen Wölfe keine großen zusammenhängenden Wälder, um sich zurückziehen zu können, wenngleich dieser Umstand das Wolfsvorkommen begünstigt und wenn auch andere Faktoren stimmig sind. Wichtig ist, dass Wölfe überhaupt eine Rückzugsmöglichkeit haben.
Nach der Paarungszeit im Winter erfolgt nach ca. 63 Tagen Tragzeit die Geburt der Welpen Ende April/Anfang Mai. Die Welpen werden in einer Höhle – dem Wolfsbau – behaart und zunächst blind und taub geboren. Die Welpen des Vorjahres sind meistens auch noch im Rudel und helfen den Eltern bei der Aufzucht der diesjährigen Welpen. Die Welpen verbringen ihre ersten ca. sechs Lebenswochen am und im Bau. Die Elterntiere und die älteren Geschwister bleiben in der Nähe des Baues und beschäftigen sich mit den Welpen. Nach dieser Zeit werden die Welpen zum sogenannten Rendezvousplatz umziehen, der wiederum auch gewechselt werden kann. Die Welpen erkunden nun mehr und mehr ihre Umwelt und lernen schnell immer mehr das soziale Miteinander im Rudel kennen. Ihr Verhaltensrepertoire nimmt schnell zu. Während ihre Eltern und älteren Geschwister auf die Jagd gehen, bleiben die Welpen in der Nähe des Rendezvousplatzes. Dabei bleibt häufig eines der älteren Geschwister bei ihnen und dient als Babysitter. Bereits zu Beginn ihres ersten Winters folgen die diesjährigen Welpen ihren Eltern und älteren Geschwistern auf den Streifzügen durch das Revier von Riss zu Riss. Selbst jagen können sie noch nicht. Die erfolgreiche Jagd muss erst erlernt werden. Im Alter von durchschnittlich 11 bis 22 Monaten verlassen die noch jungen Wölfe ihr elterliches Territorium, um sich ein eigenes zu suchen. Doch wie immer in der Natur gibt es eine breite Varianz, so kann es auch vorkommen, dass einzelne Wölfe erst später das Rudel verlassen, um sich ein eigenes Territorium zu suchen. Dabei spielen die Faktoren der Nahrungsgrundlage und -verfügbarkeit, der Rückzugsmöglichkeiten und das Vorhandensein eines gegengeschlechtlichen Partners eine wichtige Rolle.
Das Beutespektrum von Wölfen
Wölfe ernähren sich vorwiegend von Huftieren – in der Jägersprache: Schalenwild – zu denen bei uns in Deutschland Reh-, Dam-, Rot-, Muffel-, Gams- und Schwarzwild zählt. Beim Schalenwild werden junge, unerfahrene und alte, kranke, schwache Beutetiere erfolgreich getötet und konsumiert. Die meisten Jagden des Wolfes auf Beutetiere sind allerdings erfolglos. Somit ist der Wolf ein direkter Konkurrent zum Jäger Mensch. Eine Tatsache, die manch einen Jäger den Wolf hassen lässt. Doch auch kleinere Tiere wie Hasen, Vögel und Mäuse oder Aas und Beeren werden gefressen. Ist es dem Wolf möglich, Schafe oder Jungtiere von Kühen oder Pferden zu töten, wird er das tun. Da Fohlen und Kälber nicht allein auf Koppeln und Weiden gehalten werden, bieten ihre Muttertiere guten Schutz. Pferde und Rinder sind sehr wehrhaft. Diese Eigenschaft ist den Schafen nicht zu Teil. Hier schützen nur geeignete Zäune und besser noch zusätzliche Herdenschutzhunde die großen, nicht von Menschen bewachten Schafherden.
Es ist unmöglich für alle Wölfe dieser Welt identisch gültige Aussagen zu treffen. Selbst innerhalb der Metapopulation einer Wolfsunterart wie zum Beispiel Europäischer Grauwolf (Canis lupus lupus) ist es nicht eindeutig möglich vorherzusagen, wie sich die Wölfe verhalten bei ihrer selbstständigen Wiederansiedlung in einem Gebiet, in dem sie Jahrzehnte nicht mehr vorgekommen sind. Es muss stets der gesamte Kontext betrachtet werden – eine nicht einfache Aufgabe, die mit vielen Fragen verbunden sein muss: Wie setzt sich das potentielle Beutespektrum zusammen? Sind die Beutetiere auch wirklich erreichbar? Wölfe lernen u.a. am Erfolg und Nichterfolg – können sie in einem Gebiet ihr Beutespektrum erweitern oder jagen sie nur die Tierarten, die sie im elterlichen Rudel "gelehrt" bekamen? Wie hoch ist die Siedlungsdichte des Menschen? Gibt es geeignete Rückzugsräume? Wie hoch ist der Freizeitdruck in der Natur durch den Menschen? Wie stellen sich Art und Umfang der Nutztierhaltung dar? Wird das Nutzvieh durch geeignete Zäune geschützt? Und, und, und ...
Märchen und Mythen über den Wolf
Auch heute noch wird einiges an falschen Informationen über Wölfe kommuniziert. So frisst angeblich der Alphawolf immer zuerst an der Beute. Er soll ständig seine Führungsrolle im Rudel behaupten müssen. Angeblich soll er traditionelle Wanderwege im Kopf haben. Es wird behauptet, dass er unbedingt den Pansen und die Gedärme fressen muss. Dieses sind nur einige Beispiele. Tatsache ist, dass das alles so nicht stimmt.
Der Wolf stellt ein komplexes Thema dar, welches für manche Menschen Zündstoff bietet, sich deutlich gegen ihn auszusprechen. Es werden Stimmen laut, die die Tötung der Wölfe in Deutschland fordern, obwohl er dem strengsten Schutzstatus zugehörig ist (siehe dazu Menüpunkt Wölfe in Deutschland).
Das Buch "Wölfe im Yukon" bei uns im Onlineshop erhältlich
Feierliche Eröffnung des Zeittunnel
Nachwuchs im Schafgehege
13.05.2012:
Wolfstag Spezial
23.06.2012:
Wir feiern die Sommersonnenwende!
27.10.2012:
Halloween für die ganze Familie!
22.12.2012: Wintersonnenwendfest
Ein Grundschul-Seminar im WOLFCENTER
Separate Kinderführungen!
Neu: WOLFCENTER "In-Team"!
Neu: Das WOLFCENTER kommt zu Ihnen ...
Weihnachtsfeier unter Wölfen im Winterwald!